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Wespen - zu Unrecht verfolgt
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Zu
den mit über 630 in Deutschland vorkommenden Wespenarten gehören neben den sozial lebenden Faltenwespen eine
Vielzahl Einzellebender Arten wie z. B. Pflanzenwespen,Schlupfwespen, Gallwespen und Grabwespen. Während die
Einzellebenden Arten
(Solitärwespen) ein von der
Öffentlichkeit weitgehend unbemerktes Leben führen sind
die schwarz-gelb gestreiften und in größerer Anzahl
auftretenden sozialen Faltenwespen eine Erscheinung, die
manchen Zeitgenossen in panischer Angst zu Fliegenklatsche
und chemischer Keule greifen lassen. Die wenig geliebten
Brummer sind mit einem Wehrstachel ausgerüstet und gehören
wie die anderen Wespenarten zur Ordnung der Hautflügler
(Hymenopteren).
Im Laufe ihrer Entwicklung haben sie sozial hoch
entwickelte Staaten ausgebildet. |
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Alle Wespen füttern ihre Brut mit tierischer Nahrung (z.B.
Mücken, Schmetterlingsraupen, Fliegen etc.) während sie
ihren eigenen Betriebsstoffwechsel mit kohlehydratreicher
Kost wie Nektar, Obst und anderen süßen Säften versorgen. |
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Am Anfang war die Königin |
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Wespen leben in einjährigen Sommerstaaten.
Die Nestgründung erfolgt im Frühjahr durch eine, noch im
Herbst des vergangenen Jahres begattete und überwinterte
Königin. Aus der Winterstarre erwacht, sucht die Königin
einen geeigneten Nistplatz und beginnt mit dem Nestbau.
Bereits nach Errichtung der ersten Zellen wird eine
Schutzhülle gebaut, um eine bessere Temperaturregulierung
zu erreichen.
Die Nestgründung ist eine sehr sensible
Phase der Volksentwicklung. Je nach Witterung,
Nahrungsangebot und Bedrohung durch Feinde kann es zu
einer hohen Sterberate bei den Königinnen kommen.Die
Entwicklung der Eier über die Stadien Larve, Puppe bis zum
ausgewachsenen Tier ist temperatur- und futterabhängig.
Sie dauert 3-4 Wochen. Nachdem die ersten Arbeiterinnen
geschlüpft sind, werden alle Bau-, |
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Fütterungs-, Putz- und Jagdarbeiten von diesen ausgeführt.
Die Königin widmet sich ganz der Eiablage und fliegt nicht
mehr aus. |
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Der
Höhepunkt der Volksentwicklung
wird im Spätsommer erreicht.
Auf den unteren
Wabentellern werden in größeren Zellen aus unbefruchteten Eiern
Männchen (stechunfähige Drohnen) und aus befruchteten Eiern
Jungköniginnen herangezogen. Es ist die für den weiteren Bestand
der Art wichtigste Phase der Entwicklung eines Wespenstaates. Mit
dem Wegflug der Geschlechtsstiere, die nicht mehr ins Nest
zurückkehren, löst sich der Wespenstaat auf. Noch vorhandene
Larven werden nicht mehr gefüttert und aus den Zellen gezerrt, die
ausgewachsenen Tiere sterben. Nur die begatteten Jungköniginnen
sind in der Lage in frostsicheren Quartieren zu Überwintern und im
nächsten Frühjahr einen neuen Jahreszyklus zu beginnen. Das alte
Nest wird nicht mehr bezogen, kann jedoch anderen Insekten als
Überwinterungsquartier dienen. |
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Das Nest - ein Schloß aus Papier |
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Alle bei uns heimischen und sozial lebenden Wespen bauen Nester
als Schutz vor Witterungseinflüssen und zur Aufzucht der Brut. Die
Hülle der Nester bildet die Grundlage für ein ausgeklügeltes
Temperaturregulierungssystem im Nest. Als Baustoff verwenden die
Wespen oberflächlich verwittertes Holz von z. B. Zaunlatten und
Baumstümpfen und vermengen es mit Speichel zu einer Art Pappmache.
Je nach Farbe des Ausgangsmaterials und der Bautechnik entstehen
unterschiedliche Einfärbungen und Muster der Nesthüllen, in deren
Inneren die waagrecht angebrachten Brutwaben zu finden sind. |
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Nur
die Feldwespen bauen hüllenlose Nester, die nur aus einer Wabe
bestehen und an einem Strauch, einem Baum oder unter einem
Dachziegel befestigt sind. Je nach Nistplatzwahl lassen sich die
Wespen in
Freinister (z. B. Mittlere Wespe in Hecken) und
Höhlennister einteilen, wobei letztere ihre Nester
in oberirdische (z. B. Hornisse, Sächsische Wespe) oder
unterirdische Höhlen (z. B. Deutsche Wespe) bauen. Nester
der so genannten "Kuchen-Wespen" (Deutsche und Gemeine
Wespe) können fußballgroß werden und erreichen
Volksstärken von mehreren tausend Tieren. Dies und die
Tatsache, dass die Nester dieser beiden Arten bei
günstiger Witterung bis Anfang November bestehen können,
kann zu Konflikten mit dem Menschen führen. |
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Aufgrund des Mangels an Naturhöhlen weichen oberirdisch
nistende Wespen oft in Ausweichquartiere in der Nähe des
Menschen aus (Dachböden, Rolläden- und Vogelnistkästen). |
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Die nützlichen "Gelbjacken" |
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Die
Nützlichkeit staatenbildender Wespen wird oft verkannt, da sie im
Gegensatz zu Bienen weder Honig noch Wachs produzieren und daher
für den Menschen nicht direkt nutzbar sind. Als
Insektenjäger leisten Wespen jedoch wertvolle Dienste bei der
Schädlingsbekämpfung und sind selber Glieder in der Nahrungskette
anderer Tiere. Ein starkes Hornissenvolk z.B. verfüttert pro Tag bis zu
500 g Insekten an seine Brut und leistet somit das Tagespensum von
fünf bis sechs Meisenfamilien.
Auch gibt es eine Reihe von Pflanzen, die von Wespen befruchtet
werden wie z. B. der Knotige Braunwurz und die Schneebeere.
Hornissen werden von einigen Imkern für Bienenschäden
verantwortlich gemacht. Zur Zeit der Nestgründung von Hornissen,
sind Bienenvölker in der Regel schon so weit entwickelt, dass die
Wegnahme von Bienen nicht ins Gewicht fällt und keinerlei Einfluss
auf die Entwicklung gesunder Bienenvölker hat und schon gar keine Ertragseinbußen beim Honig zu beklagen sind.
Auch sind angeführte Schäden an Obst oder an Bäumen durch Ringeln
der Rinde von Jungtrieben, um einen Saftausstrom auszulösen, im
Vergleich zu anderen Schadeinflüssen wie z.B. durch die Gattung
Homo
als sehr gering
einzuschätzen. |
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Warum sticht eine Wespe? |
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Nun ja, weil Sie es kann !!!
Spaß beiseite:
Wespen-Weibchen tragen an ihrem Körperende einen
Wehrstachel, den sie zur Verteidigung ihrer selbst und
ihrer Brut einsetzen. Im Gegensatz zu Honigbienen
verlieren sie ihren Stachel beim Stich in die
Menschenhaut nicht. Wespenstiche und -gifte sind nicht
anders zu beurteilen als z. B. Stiche von Honigbienen
und Hummeln. Keines der Gifte ist so toxisch, dass
Vergiftungen mit unter
Umständen tödlichem Ausgang zu erwarten sind.
Dem Menschen werden sogar mehrere
Stiche gleichzeitig und Stiche in den Kopf oder in andere
schmerzempfindliche Körperteile nicht gefährlich.
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Zu kritischen Reaktionen kann es nur dann kommen, wenn
Menschen auf bestimmte, in den Mischgiften enthaltene
Eiweißkörper stark allergisch reagieren oder der Stich in
den Rachen erfolgt. Hier ist sofortige ärztliche Hilfe
erforderlich, denn
dieser Zustand ist lebensbedrohlich.
Eine derartige Allergie ist jedoch sehr selten. Oft wird
schon die Schmerzreaktion der gestochenen Person als
Allergie missdeutet; schmerzhaft allerdings sind Stiche
dieser Insekten immer. Gelegentlich
kann es durch einen Stich zu einer bakteriellen Infektion an der
Einstichstelle kommen, die die eigentliche
Giftwirkung stark übertrifft. Derartige Infektionen
entstehen allerdings meist durch das "Befriedigen" des Juckreizes
mit verdreckten Fingernägeln. |
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"Wussten Sie schon, dass der Biss eines einzigen Pferdes
genügt,
um eine Hornisse zu töten?"
- Viktor von Bülow, genannt
"Loriot" - |
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Spielregeln beachten ! |
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Wie
im normalen Leben gibt es auch im Insektenleben Spielregeln. Wie
sich Wespen verhalten, hängt stark davon ab, wo sie sich gerade
befinden.
Außerhalb ihres Nestbereichs sind Wespen nicht aggressiv.
Normalerweise überwiegt bei allen Hautflüglern während der
Futtersuche das Fluchtverhalten, da es keine Brut zu verteidigen
gilt. Stiche erfolgen nur dann, wenn das Insekt bewusst oder
versehentlich in die Enge getrieben, angeatmet oder gedrückt wird.Fühlt
man sich durch eine Wespe belästigt, bleibt man ruhig
und schlägt nicht um sich, um so das Insekt nicht
unnötig zu beunruhigen.
Das neugierige Tier
verschwindet bald von selbst. Wenn Sie gestochen
werden, sollten Sie sich vom Nest entfernen.
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Mit dem Stich werden Duftstoffe freigesetzt, die andere
Wespen zu weiteren Angriffen animieren. Decken Sie
Nahrungsmittel und Süßigkeiten im Freien ab. Verwenden Sie
Trinkhalme, um Stichunfälle im Rachenraum zu vermeiden.
Räumen sie Essensreste möglichst schnell weg. |
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Wer ärgert hier wen ? |
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Wespen leiden, ebenso wie Wildbienen und andere Hautflüglerarten,
unter der zunehmenden Zerstörung naturnaher Lebensräume. Versiegelung der Böden, Gifteinsatz in der Landwirtschaft und im
Garten, Nistplatzmangel, sowie gezielte Vernichtungsaktionen haben
einige Wespenarten bereits auf die Rote Liste der bedrohten
Tierarten gebracht. Generell ist es nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten,
wildlebende Tierarten mutwillig zu beunruhigen oder ohne
vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzten oder zu töten.
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Die ökologische Bedeutung und regional starke Gefährdung von
Wespen sollten uns veranlassen, alle Möglichkeiten des
Wespenschutzes auszuschöpfen:
Sachgerechte
Aufklärung der Bevölkerung
→
insbesondere von Schulkindern,
→
Garten- und Waldbesitzern
→
Landwirten
→ "nicht - in - ökologischen - Kreisläufen -
Denkenden" Imkern (sehr
wichtig!)
→
Feuerwehrleuten |
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Wer Hornissen ohne Vorurteile und Angst begegnet,
ihre Lebensweise und ihr Verhalten kennt, kann sich leicht durch
eigenes richtiges Verhalten auf die Tiere einstellen und in der
Regel problemlos mit ihnen leben. |
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Wer hilft mir und wer den Wespen ? |
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Wenn Probleme mit Wespen auftreten, können diese in der Regel
durch ein beratendes Gespräch oder die Absicherung des Nestes mit
z. B. Fliegengitter gelöst werden.
Ist
in Ausnahmefällen die Entfernung eines Wespennestes unumgänglich,
so ist oftmals eine Umsiedlung möglich und die Vernichtung der
Tiere damit unnötig. Die Umsiedlung ist sehr arbeitsintensiv und
mit einem enormen Stress für die Tiere verbunden. Die Absicherung
ist daher der Umsiedlung in jedem Fall vorzuziehen.
Zur Wespenberatung
bitte hier anklicken
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Wer
seinen Garten naturnah anlegt und auf Spritzmittel verzichtet,
hilft nicht nur den Wespen, sondern vielen bedrohten Tier- und
Pflanzenarten. Es ist ein Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt.
Lobenswert ist es, künstliche Nisthilfen bereitzustellen, die
regelmäßig überprüft und gereinigt werden müssen. Ein
weiterer Punkt beim Schutz der Wespen ist die Erhaltung und
Schaffung naturnaher Lebensräume, wie z. B. Hecken. Sie sind
Lebensraum für viele Insekten, die auf dem Speiseplan von Wespen
und Vögeln stehen und somit von großer Bedeutung. |
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Für
weitere Information rund um das Thema Wespen schauen Sie doch
einmal auf die Homepage meines Wespenfreundes Peter Tauchert :
Zusammen mit ihm siedelte ich am
5.Juli 2004 ein Hornissennest um und tauften diesen Tag auf
Imkerei Jeschke meets Aktion-Wespenschutz
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